ÜBER MEINE KUNST…

Juli Nickmann ist eine intuitive zeitgenössische Künstlerin, die Emotionen sichtbar macht. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Praxis steht die Faszination für den Menschen – für Individualität, innere Komplexität und die Emotionen, die unsere Erfahrung des Lebendigseins prägen.

Seit 2022 lebt Nickmann mit einer chronischen Schmerzerkrankung, die ihre Beziehung zu ihrem Körper, ihren Emotionen und ihrer inneren Welt tiefgreifend verändert hat und sie letztlich zur Kunst zurückführte. Das Malen wurde für sie zu einer Möglichkeit, Erfahrungen zu verarbeiten, die sich nicht immer in Worte fassen lassen, und dem Unsichtbaren, Widersprüchlichen und zutiefst Persönlichen eine Form zu geben.

Intuitiv und ohne konkrete visuelle Vorlagen arbeitend, lässt Nickmann jedes Werk in einem offenen, instinktiven Prozess entstehen, in dem Emotion zugleich Material und Sprache wird. Anstatt ein bestimmtes Gefühl oder eine konkrete Geschichte abzubilden, erzeugen ihre Gemälde eine emotionale Resonanz, die BetrachterInnen dazu einlädt, sich auf einer persönlichen und subjektiven Ebene mit dem Werk zu verbinden.

Mit Acrylmalerei und Elementen aus Mixed Media erforscht sie die Spannung zwischen Zerbrechlichkeit und Rohheit, Verletzlichkeit und Stärke, Spannung und Schönheit. Schichten, Gesten, Texturen und Kontraste ermöglichen es gegensätzlichen Empfindungen, gleichzeitig zu existieren. Ihre Erfahrungen mit chronischen Schmerzen haben ihr Interesse am gleichzeitigen Bestehen von Stärke und Verletzlichkeit, Präsenz und Abwesenheit sowie Kontrolle und Hingabe noch weiter vertieft.

Im Jahr 2024 präsentierte Nickmann ihre Arbeiten erstmals öffentlich im Rathaus von Freudenberg, Deutschland. Seitdem hat sie zahlreiche Ausstellungen und kollaborative Projekte realisiert, darunter den Kunsttag Siegen in der Galerie von Eduard Rangnau sowie eine unabhängig organisierte Gruppenausstellung in ihrem eigenen Atelier mit sechs GastkünstlerInnen aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Fotografie, von denen einige über die Region hinaus vertreten sind.

Ihre Werke geben keine Antworten, sondern lösen eine Reaktion aus. Letztlich erforscht Nickmanns künstlerische Praxis, was es bedeutet zu fühlen – indem sie inneren Zuständen, die sich nur schwer in Worte fassen lassen, eine Form gibt und zugleich Raum für die eigene Interpretation jedes einzelnen Betrachters lässt.